Apport – „das Thema“ in der Jagdhundeausbildung

Warum das Apportieren zu Konflikten führen kann

 

Kaum ein Thema hat mehr Sprengkraft und führt regelmäßig, auch in den sozialen Netzwerken, zu heftigen Konfrontationen wie das sichere und zuverlässige Apportieren. In der Ausbildung und in der Prüfungsstatistik schlägt dieser Arbeitsbereich voll durch. Aber warum eigentlich? Was macht es so kompliziert? Wieso scheitern so viele?

Betrachten wir einmal die durchschnittliche Ausbildung von Vorstehhunden. Viele agieren hier noch nach alter Väter-Sitte und lassen den Dingen bis zur Jugendsuche weitestgehend ihren Lauf . Doch trifft man im späteren Verlauf der Prüfungskarriere in der HZP zum ersten Mal auf ein verbindliches Gehorsamsthema, fällt vielen auf, dass kaum ein strukturiertes Ausbildungskonzept vorliegt. Bis hierhin war, bis auf den Rückruf und die Leinenführigkeit, das Trainingen sehr anlagenorientiert, was auch zu 100% richtig und wichtig ist.

Allerdings kann man hier schon parallel wichtige Themen wie Apport, Abbruch und Co. trainieren, denn nicht umsonst heißt es: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Natürlich ist auch ein späterer Aufbau möglich, das zeigt uns die Praxis auch. Aber nach heutigen Kenntnissen beginnen wir sehr früh mit der Ausbildung, lassen die Hunde im wahrsten Sinne in ein Verhalten hineinwachsen. Vergleichbar ist das vielleicht mit kleinen Kindern, die ein Instrument erlernen. Dazu ist das „Verstehen“ der Schlüssel.

Heute arbeiten wir in diesen Themen über indirekte Verstärkung. Jeder Hund arbeitet eigentlich für sich selbst und wenn er das versteht, entwickelt er enorme Motivation, die gut konditioniert, den Zwang in seiner Leistungsfähigkeit schlägt. Man muss die Aufgabe Schritt für Schritt erklären und den Prozess von hinten herdenken. Die Tischarbeit und der gut angelernte Clicker sind hier unverzichtbar. Das ermöglicht auch jedem Hundeführer, jederzeit, das tägliche Üben mit den Hauptmahlzeiten in den eigenen vier Wänden. In diesem Thema erfolgt die Arbeit ausschließlich über existenzielles Futter und nicht über sogenannte „Leckerchen“.  Die jeweiligen Einheiten dauern zwischen 5-10 Minuten. Wer mit einem jungen Hund trainiert und täglich drei Mahlzeiten zur Verfügung hat, kommt somit nach zehn Tagen auf die Summe von 30 Einheiten. Die Entwicklungsschritte in dieser Art des Lernens sind enorm, wenn man sich konsequent an das Training mit den Ressourcen hält. Wer abweichend davon „Leckereien“ anbietet reduziert seinen Trainingserfolg deutlich.

Apportier Training

Im Ergebnis lernt der Hund, dass ihn der Umweg über den Apport zu seiner wichtigsten Ressource führt. Lernt er das von klein auf, ist dieses Verhalten sehr tiefgründig gespeichert und die Motivation extrem hoch.

Aber das bedeutet nicht, dass die Ausbildung zwangsfrei läuft, da wir hier, für ein waidgerechtes Jagen, extremen Gehorsam benötigen. Es bedeutet nur, dass wir die Zwänge nicht mehr im Apport brauchen. Kommen wir zurück zu den häufigsten Problemen.

Die Praxis zeigt, dass in diesem Thema trainiert, oft grundlegende Fehler gemacht werden. Ein Beispiel: Wer den Hund in den Anfängen über sogenannte Beutereize anrüdet und ihm so das Greifen vermitteln möchte, darf sich über Totschütteln, Knautschen und Co. nicht wundern. Vor allem in der erhöhten Reizlage, in die man den Hund künstlich versetzt, ist das eine bekannte Nebenwirkung. Steht dann plötzlich das Thema „ruhiges Sitzen und Halten“ an, bricht oft das Chaos aus. Aus dem vorherigen "Halli Galli" und "Yipihee" wird schnell der Griff auf den Fang und plötzlich kommt Druck hinzu, den der Hund nicht umsetzen kann. Hierbei versteht der Hund fast nie den Zusammenhang, weil in Phase 1, dem Anrüden auf die Beute, alles Motivation war, also alles positiv. Das Zergeln mit der Beute, damit der Hund es greift, war ja erwünscht. Und jetzt kommt auf dasselbe Verhalten plötzlich negatives Tun vom Hundeführer in Form von Zwang. Das ergibt für den Hund überhaupt keinen Sinn. Erst wird der Hund gefeiert und dann wird auf dasselbe Verhalten Zwang ausgeübt.

Apportieren lernen

Wenn der Hund dann bei diesem Konflikt den Apport vollständig verweigert, sieht man häufig ratlose Gesichter. Im Grunde ist es aber nur logisches Verhalten. Diese Art des unlogischen Übens ist weit verbreitet und findet in der Praxis leider noch große Anwendung.  Dabei sollte uns die Statistik eines Besseren belehren. Guckt man sich mal an, woran Hundeführer in den Prüfungen scheitern, wieso sie durchfallen, dann fällt auf, dass sich dies sehr oft um das Thema "Apport" dreht. Schon Albert Einstein wußte:

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."

Interessant dabei ist vor allem: wir wissen es heute besser. Revolutionieren Sie Ihre Gedanken vom Apport. Denn auch wenn man schon einen älteren Hund führt, der in diesem Thema Schwierigkeiten hat, lohnt sich ein Reset. Bauen Sie sich den Apport von Grund her neu auf. Gemeinsam als Team.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Training.

Ihr Jagdhundeausbilder Dennis Panthen

 

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